Berchtoldergeschichte PDF Drucken E-Mail

GV 1877 (Wil)                   Auf Antrag der Sektionen München und Zürich: Auftrag an die Sektion Bern, einen Kommententwurf bis zur nächsten GV auszuarbeiten.

GV 1878 (Freiburg)           Der Entwurf war ein blosser Bierkomment und wurde abgelehnt. Auf Ebene des Gesamtvereins wurde damit die Kommentfrage fallengelassen und den einzelnen Sektionen überlassen.

1880-1890                        Alkoholmissbrauch, Alkoholismus und Auswüchse studentischer Trinksitten.

1887                                Die Verbindungen Rauracia, Burgundia und Turicia schufen den „Bierkomment der akademischen Verbindungen des StV“ (Vereinheitlichung und Ausscheidung der immer in grösseren Variationen auftretenden Kommentregeln). Diesem schliessen sich mit der Zeit auch andere Verbindungen an.

1891                                Arbeiterenzyklika „Rerum Novarum“ (Leo XIII), Markstein auf dem Weg der katholische Sozialbewegung. Soziale Frage ist eine Sache der Wirtschafts- und Sozialordnung, also eine Frage des Rechts und nicht nur eine sich auf dem Gebot der Nächstenliebe gründende sozialkaritative Betätigung einzelner.

1895                                „Comment-Revisions-Entwurf“: die anstössigsten Paragraphen, wie der Doktor cerevisiae, das Bierduell sowie der doppelte Bierverschiss wurden abgeschafft, Bierstrafen erschwert und dem sinnlosen Trinken Schranken gesetzt. (Annahme des Entwurfs 1896/97)

Juni 1914                         „Sarajewo-Schuss“, Auslöser für den Krieg

GV 1915 (Luzern) und

GV 1916 (Zug)                  Reformgedanken werden vorgetragen: Aufruf zur „Inneren Reform“ (Mgr. Prof. Dr. Joseph Beck v/o Frithjoff!), „wieder ganz-katholisch-Sein“, Übermass an Äusserlichkeit und Formalismus soll eingedämmt werden, Abschaffung des Trinkzwangs, Abschaffung von Bierduell und Bierstrafen, maximal drei offizielle Abende pro Woche, Offizielle nicht an Vorabenden vor Sonn- und Feiertagen.

16.11.1916                       Jean Gressot (stud. iur.) und Joseph Brielmann (stud. phil.) werden vom BC der Burgundia gerügt (unkommentmässiges Verhalten). Gressot und Brielmann berufen sich auf die Zuger Beschlüsse und werden noch am selben Abend vom AC der Burgundia ausgeschlossen.

1.12.1916                         Gressot und Brielmann reichen zusammen mit Germain Carnat (stud. med. vet.), Lucien Grobéty (stud. med.), Antoine Wicky (stud. med. vet.), Alois Weber (stud. med. vet.), Marcel Montavon (stud. med. vet.) und Jean Humair (stud. phil.) ein Gesuch an das CC, eine neue Sektion des StV zu gründen („section romande“, gemäss Zuger Beschlüsse ohne Trinkzwang, Stammpräsenz und allzu kostspieliger Verbindungsbetrieb reduziert auf ein vernünftiges Mass).

                                       Gründe zur Gründung der Berchtoldia:

-   Kommentfrage

-   Soziale Frage

-   Reformfrage

24.1.1917                         CC gestattet die Gründung der Berchtoldia (provisorische Genehmigung, an ein Farbentragverbot gebunden)   

Frühjahr 1917                   Amerikanischer Kriegseintritt à europäischer Krieg weitet sich zum Weltkrieg aus.

15.3.1917                         Russische Revolution

29.5.1917                         Konstitutionssitzung der AV Berchtoldia in der Schmiedstube (kein Trinkzwang, zwei Offizielle pro Woche, ein wissenschaftlicher, ein geselliger). Als erstes Komitee wurde gewählt/bestätigt:

-   Joseph Brielmann v/o Cyranox

-   Alois Weber v/o Schnapsxx

-   Germain Carnat v/o Rognexxx

-     Lucine GrobétyFM

 

3.7.1917                           Statuten mit Vereinsdevise „fortis et fidelis“ werden einstimmig angenommen und sofort in Kraft gesetzt und vom Rektor der Universität Bern am 19.7.1917 genehmigt.

                                       Erster Stamm Restaurant Schmiedstube

                                       Farben: scharlachrote Mützen (Korporationenkonvent beanstandet die Farbe wegen der möglichen Verwechslung mit anderen, bereits bestehenden Farben; sozialrevolutionärer Zeitgeist „essendo una provocazione per il proletario“...)      

29.8.1917                         GV Luzern: AV Berchtoldia wird als „Sektion mit reduziertem Betrieb zugelassen“ (Farbentrageverbot wurde in Abwesenheit von CP Anderhub, der ein aufgeschlossener Befürworter des Reformgedankens war, getroffen und war statutenwidrig)

November 1917                Ehrenphilistrierung einiger Förderer der Reform (u. a. Bundesrat Giuseppe Motta und Mgr. Prof. Dr. Beck)

1918                                Versorgungsschwierigkeiten, Lebensmittelrationierung, Emporschnellen der Preise und Mieten, im Gegensatz dazu: Profite der Wucherer und Kriegsgewinnler à Landesgeneralstreik

SS 1918                           Alemannia in Freiburg spaltet sich à AV Fryburgia als zweite „Reformverbindung“

WS 1918/19                     Umzug ins Hotel de la Poste, wo man sich aber nicht wohl fühlte. Eine  Aufnahme in den CC-Bern scheiterte u. a. noch an den starken Spannungen zwischen der Burgundia und der Berchtoldia

Januar 1919                     Umzug ins Hotel Jura

GV 1919 (Freiburg)           erster Berchtolder im CC: Carnat v/o Rogne (VCP)

13.6.1920                         Fahnenweihe der ersten Berchtolderfahne

                                       Fahnen Patenschaft: Bundesrat Motta und Frau Niquille, Patensektion AV Sarinia (machte der Berchtoldia zu diesem Anlass ein Geldgeschenk à Stamm-Mobiliarfonds)

13.7.1920                         Abänderung der Vereinsdevise in „vitam impendere vero“ (aus Juvenals Satiren), da „fortis et fidelis“ bereits von einer Gymnasialverbindung verwendet wurde

1922                                Gründung der AV Welfen in Zürich (viele Mitglieder der Fryburgia und Berchtoldia hielten sich zu Studienzwecken in Zürich auf)

16.1.1923                         Denkwürdige Unterredung mit der AV Burgundia, erste Annäherung, sehr komplizierter Grusskomment

31.5.1924                         Gründung der Arbeitsgemeinschaft der drei Reformverbindungen Welfen, Fryburgia und Berchtoldia, lebte in der Institution des Delegiertenkonventes (DC) weiter.

1924                                Gründung der Altherrenschaft (AHP Dr. rer. pol. h. c. E. Péquignot, Generalsekretär des Eidg. Volkswirtschaftsdepartement)

GV 1926 (Altdorf)             erster Berchtolder CP: Rudolf Mäder v/o Perk

1927                                Statutenrevision

 

„roaring thirties“: Börsenkrach vom 24. Oktober 1929 à Weltwirtschaftskrise, auch die Schweiz war schwer betroffen: gewaltige Deflation, Bankenzusammenbrüche, Arbeitslosigkeit; verschiedene rechtsextreme Bewegungen gewinnen an Bedeutung (Mussolinis „Schwarzhemden“, Hitlers „NSDAP“), Berchtoldia leidet, wie viele andere Verbindungen auch, an Mitgliederschwund: Aufruf von AHP Dr. Franz Beck v/o Frithjoff, Welfen und Fryburger mögen Mitglieder nach Bern senden um die Weiterexistenz der Berchtoldia zu sichern, enormes Engagement der verbliebenen Berchtolder, so bekleidet Schönenberger v/o Pneu gleich dreimal nacheinender die Charge des Seniors. Genau in dieser Zeit, in der sich langsam ein Extremismus brauner und schwarzer Färbung ausbreitete, schaffte sich die Berchtoldia neue Mützen an: leuchtendes Rot, in der Mitte das weisse Kreuz (als klares Bekenntnis zur Schweiz und ihrer demokratischen Ideale)

 

1931                                Dr. Franz Beck v/o Frithjoff übernimmt Philisterseniorat

1931                                Sozialenzyklika „Quadrigesimo Anno“

GV 1933 (Zug)                  zweiter CP: Peter Jäggi v/o Bambus

1934                                100 Jahre Alma Mater Bernensis. Für Repräsentationszwecke schenken die Altherren der Aktivitas eine Vollwichsgarnitur, die zu erregten Diskussionen Anlass gab.

1939                                Gründung der AV Froburger in Basel

GV 1941 (Schwyz)            dritter CP: Alois Hürlimann v/o Soz

SS 1942                           Eintritt der Berchtoldia in den Korporationenkonvent der Universität Bern (CC Bern)

November 1944                Komment wird als offiziell erklärt (bis 1947 inkl. „Bierjunge“ und „Bierverschiss“)

1945                                Kriegsende, überall in Europa herrscht bittere Not. Patronatsaktion des StV zugunsten der österreichischen CV-Verbindungen à Berchtoldia wird Freundschaftsverbindung der KöHV Leopoldina

1946                                neuer AHP: lic. phil. Theo Schöb v/o Psi

                                       In dieser Zeit: verschwommener und undeutlicher Standort der Berchtoldia, nicht Block und auch nicht mehr Reform, Distanzierung zum DC, da man keiner Anti-Block-Vereinigung angehören wollte.

1947                                neue Fahne (Paten Frau Dr. Carnat und AH Dr. Schönenberger v/o Pneu)

1950                                Stamm im Restaurant Poste et France

1951                                Schaffung der Hilfsorganisation der Berchtoldia (HOB)

WS 1955/56                     erstes gedrucktes Semesterprogramm

1957                                Stamm im „Wilden Mann“

1958                                erster „Kurier der Alt-Berchtoldia“

1960                                Wiederbelebungsversuch des DC durch neue Reformstatuten, die jedoch keine taugliche Aktionsbasis liefern konnten. GV Wil 1960: CP-Kandidat der Berchtoldia, Otto Hengartner v/o Bautz wurde nicht einmal ins CC gewählt à vorübergehende Distanzierung vom StV und vom Reformverband.

1963                                „Oltener Konkordat"

1966                                Austritt aus dem DC, Stamm im Restaurant Dézaley

1967                                Flüeli-Grundsätze: Standortbestimmung

                                       Jubiläum: 50 Jahre AV Berchtoldia

GV 1968 (Freiburg)           StV beschliesst Frauenaufnahme, CP Urs Altermatt v/o Solo

1968                                Übernahme der Patenschaft der GV Wikinger, Immensee (Fahne wird gestiftet von AH Schöb v/o Psi)

1969                                Austritt aus dem CC Bern

Ende 1960er                     Gründung TD/IA-Schoppen

1972                                Stamm im Restaurant Bollwerk

1970er                             Krise in der Berner-Gruppe (Berchtoldia, Fryburgia, ...), Nachwuchsprobleme, Rückzug des Engagements im StV

WS 1974/75                     erste Berchtolderin: Elsbeth Schnidrig v/o Primula (Senior: Urs Berger v/o Profil, AHP: Paul Schweizer v/o Drill)

a.o GV 1976 (Olten)          Josef Kunz v/o Blünschli wird CP

GV 1977 (Sursee)             Aufgabe des Katholizitätsprinzips

1979                                AHP Paul Schweizer v/o Drill überreicht der ersten Frau, Gerda Borer v/o Tosca, das Altherrenband

1981-85                            Wiederaufleben (starkes Engagement in den Kommissionen des StV)

1983                                Gründung der Reformgruppe (RG), Mitglieder: AV Berchtoldia, AV Fryburgia, AV Froburger, AV Welfen, AV Neu-Welfen, AV Staufer, AV Orion, Verhandlungsaufnahme mit dem CC-Bern

12.6.1984                         Kellereinweihung an der Postgasse 60

WS 1985/86                     Kommentpflege unter Senior Kuno Blum v/o Biwak. Grundsatz-Streitigkeiten in der Aktivitas führten sogar zu Austritten à äusseres Zeichen der Gegenbewegung: Schlapphut

GV 1986 (Brig)                 Der CP-Kandidat der Berchtoldia, Urs-Viktor Berger v/o Profil, unterliegt dem Gegenkandidaten der Burgundia, Fasel v/o Heuer. Zahlreiche Reformstudenten verweigerten die Stimme à unter anderem deswegen Austritt der Berchtoldia aus der Reformgruppe am 18.2.1987

1986                                Totalrevision der Statuten (Annahme durch den AC am 7. Juni 1990)

Stammodyssee                1987 Restaurant Webern

                                       1988 Restaurant Ratskeller

                                       1990 Restaurant Regina-Arabelle

SS 1989                           erste Frau Fuxmajor der Berchtoldia: Mathyer v/o Delphi

1990                                Frauenanteil im Stall beinahe 50%

1991                                Sieg am Jubiläums-Fussballturnier des StV (im Berner Neufeld)

1992                                Jubiläum: 75 Jahre Berchtoldia, neue Fahne (Paten sind Marianne Reize, die Gattin von Herbert Reize v/o Knirps und Marc Baumann v/o Scotch)

SS 1994                           erste Frau Senior der Berchtoldia: Monika Schmid v/o Haribo

GV 1995 (Solothurn)         MCC Stefan Birrer v/o Knapp

WS 95/96                         Aktionsprogramm des StV: Jumelage mit CA Rezia

GV 1996                          VCP Sabine Schmid v/o Virage

1999                                Stamm im Restaurant Seidenhof

GV 1999 (Sursee)             CP Dominik Feusi v/o Caritas

                                       CA Iwan Nussbaumer v/o Tobacco

SS 2000                           Eintritt in den CC-Bern

GV 2000 (Wil)                   CA Regula Leuenberger v/o diskret

WS 01/02                         Frauenanteil der Berchtoldia 55.5%

SS 2003                           Stamm im Restaurant Brauner Mutz

SS 2003                           erstes reines Frauenkomitee in der Geschichte der Berchtoldia

WS 04/05                                    Stammwechsel ins Restaurant Beaulieu

SS 2007                                       90 Jahr Jubiläum