Semesterprogramm

Veranstaltung 

Titel:
ZD-Anlass
Wann:
23.03.2011 18.15 h - 19.45 h
Wo:
Fribourg -
Kategorie:
Termine

Beschreibung

Zentraldiskussion 2010/11

BILDUNG UND MARKTWIRTSCHAFT

Bund und Kantone bearbeiten Sparprogramme, die auch die Universitäten treffen. Der Trend zu mehr Wirtschaftlichkeit und Beschaffung von Geldern aus Drittmitteln besteht auch in der Schweiz.. Der Vorteil privater Drittmittel liegt in der gezielten, industrie- bzw. gesellschaftsnahen Innovation. Dies macht aber eine Universität anfälliger, die langfristig orientierte Grundlagenforschung zugunsten der marktnahen Forschung zu reduzieren. Der Nationalfonds schafft dazu ein Gegengewicht, indem er vorwiegend Grundlagenforschung fördert.

 

Wer soll die Hochschulen steuern?

Historisch lag der Auftrag der Universitäten im Verbund von Lehre und Grundlagenforschung. Allerdings kann die Trennung zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung nicht mehr scharf vorgenommen werden. Im Rahmen der Wirtschaftsförderung hat die angewandte Forschung an den Universitäten an Bedeutung gewonnen, obwohl sie primär an den Fachhochschulen erfolgen sollte. Solche Entwicklungen haben auch Auswirkungen auf die Ausbildung. Das Verhältnis von berufsorientierter Ausbildung und der Vermittlung wissenschaftlichen Arbeitens ist in den einzelnen Studienbereichen unterschiedlich. Bei der Ärzte- oder Ingenieurausbildung dominiert ersteres, in den Geisteswissenschaften letzteres. Studierende, welche in ihrem Studiengebiet praktisch arbeiten, finden leichter adäquate Stellen, sind aber auch eingeschränkter bei der Stellenauswahl. Fachhochschul- und Universitätsabsolventen (v.a. mit Bachelorabschluss) stehen im Wettbewerb um Stellen im privaten und öffentlichen Bereich. Führen solche Trends in eine einseitige „Ökonomisierung“ der Universitätsausbildung in Richtung guter Berufsfachleute? Kommt die Kompetenzvermittlung für wissenschaftliches, kritisches Denken und Arbeiten zu kurz (Einheit von Lehre und Forschung)? Verwischt sich die Unterscheidung und Aufgabenstellung zwischen Universitäten, Fachhochschulen und Höheren Fachschulen? Sind solche Trends erwünscht oder bedürfen sie der Gegensteuerung durch die Universitäten und Wissenschaftsbehörden?

Dabei stellen sich auch Fragen des Wettbewerbs unter Hochschulen, diese stehen vermehrt in einem globalen Wettbewerb um beste Forscher und Lehrer. Unterschiedliche Grössen und Ausstattungen zwingen zu unterschiedlichen Hochschulprofilen. Studierende und Professoren werden in Zukunft Hochschulen bewusster auswählen – sofern sie dies können. Die heutigen Defizite der Stipendienordnungen erschweren dies für Studierende noch erheblich.

Der Schweizerische Studentenverein will die Grundsatzfragen der Gesetzgebung an einer Tagung an der Universität Freiburg diskutieren. Wer soll das Hochschulsystem Schweiz wie steuern? Soll der Forderung der economiesuisse nach einer besseren Einbindung der Wirtschaft Rechnung getragen werden? Sind die geplanten Strukturen, die weitgehend den heutigen entsprechen, zeitgemäss? Ist die Befürchtung berechtigt, dass damit die Hochschulautonomie eingeschränkt wird?

 

Forschung Einwerben?

An einer zweiten Veranstaltung in Zürich soll die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen privater und öffentlicher Drittmittel im Zentrum stehen. Dabei ist zu unterscheiden zwischen offenen Drittmittelzuwendungen wie Forschungsstellen für ein bestimmtes Forschungsfeld während einer bestimmten Zeit (z.B. 5 – 10 Jahre) und Entwicklungsforschung für bestimmte Projekte der Wirtschaft. Noch sind die privaten Drittmittelanteile der Schweizer Universitäten relativ bescheiden, sie weisen aber unter dem Druck der leeren Staatskassen eine steigende Tendenz auf. Insbesondere ist die Transparenz der Drittmitteleinsätze häufig gering. Welche Auflagen sind damit verbunden? Wie sind sie geregelt? Wer entscheidet über deren Genehmigung? Solche Fragen sind zurzeit aktuell im Rahmen der Revision des Hochschulrechts des Bundes und der Revision der Forschungsgesetzgebung. Werden die Mittel des Nationalfonds zweckmässig auf die Grundlagenforschung und auf programmatisch orientierte Forschung aufgeteilt? Inwiefern erfolgt die Verteilung tatsächlich aufgrund des Wettbewerbs und inwiefern spielen föderalistische Verteilungskriterien eine Rolle? Wäre es zweckmässig, die Grundbeiträge an die kantonalen Hochschulen ebenfalls nach Wettbewerbskriterien des Nationalfonds zu verteilen? Wie sind die privaten Drittmittelvorschriften ausgestaltet? Garantieren sie die Autonomie der Forschung und Lehre? Ist hier die Transparenz der Entscheidungsprozesse genügend vertrauensbildend? Werden die Geisteswissenschaften diskriminiert?

 

Podiumsdiskussion in Zürich

Thema: Forschung kaufen? Möglichkeiten und Grenzen öffentlicher und privater Drittmittel

Ort: Universität Zürich, Ortsangabe folgt

Datum: Mittwoch, 16. März 2011

Zeit: 18:15 - 19:45 Uhr

Podium: Rektor Prof. Dr. A. Fischer, Universität Zürich
NR Dr. K. Riklin, Mitglied des Universitätsrats
Prof. Dr. D. Imboden, Präsident des Nationalfonds

Moderator: Prof. Dr. E. Buschor


Podiumsdiskussion in Fribourg

Thema: Qui gouverne les universités?

Universitäten im Spannungsfeld von Staat, Wirtschaft und Autonomie

Ort: Université de Fribourg, Ortsangabe folgt

Datum: Mittwoch, 23. März 2011

Zeit: 18:15 - 19:45 Uhr

Podium: Dr. M. Dell‘Ambrogio, Staatssekretär für Bildung und Forschung

Staatsrätin I. Chassot, Präsidentin der EDK
Rektor Prof. Dr. G. Vergauwen,Rektor der Universität Freiburg
Dr. R. Minsch, Mitglied der Geschäftsleitung Economiesuisse

 

Veranstaltungsort

Ort:
Fribourg

Beschreibung

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